Geschichtliches

Steinenbronn mit seinen aktuell etwas über 6200 Einwohnern hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

Nach dem zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl innerhalb weniger Jahre. Ausgehend von 1945 vervierfachte sie sich sogar bis zum Jahre 2015.

Im Jahr 1945 war Steinenbronn eine Arbeiterwohngemeinde mit stark bäuerlichem Einschlag. Heute ist der Ort eine moderne, fast kleinstädtisch anmutende Wohngemeinde mit einer ausgewogenen Infrastruktur und einer großen Zahl mittelständischer Gewerbebetriebe.

Altertum und Mittelalter

Erste belegte Besiedlungen gab es 2500 v.Chr. durch Ureinwohner der Jungsteinzeit. Die nächste belegte Besiedlung gab es dann im Jahre 450 v.Chr. durch die Kelten, genauer durch den Stamm der Helvetier. Die Germanen verdrängten dann die Kelten in Richtung Süden. Fast gleichzeitig kamen die Römer. Diese wurden dann später von den Alemannen wieder zurück an den Rhein verdrängt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geschah 1348, da im Jahre 1347 der Pfalzgraf von Tübingen beträchtliche Ländereien und Rechte im „Reichsforst Schönbuch“ und damit auch den Ort Steinenbronn an die Grafen von Württemberg verkaufte (Eberhard II. und Ulrich IV.).

Der Name Steinenbronn heißt in etwa so viel wie: „Die Siedlung an einem steingefassten Brunnen.“

Im Jahr 1348 lebten ca. 100 Einwohner auf 25 Höfen. Kirchlich angebunden war der Ort an Weil im Schönbuch und somit ebenso an das Kloster Bebenhausen.

16.-19. Jh.: Der evangelische Glaube prägt den Ort

1534 wurde Steinenbronn komplett evangelisch, und so blieb es bis 1945. Ab diesem Zeitpunkt war die Steinenbronn auch eigenständige evangelische Pfarrei.

Der dreißigjährige Krieg setzte dem kleinen Ort im Schönbuch schwer zu. Von 550 Einwohnern im Jahre 1634 lebten im Jahre 1639 nur noch 85. Die Einwohnerzahl stieg nur langsam wieder.

Anfang des 19. Jhs. beriet der Kirchenkonvent, dass man einen größeren Kirchenraum brauche. Und so wurde im Februar 1839 die bestehende Kirche abgebrochen und die neue zu bauen begonnen. Schon Anfang November fand die feierliche Einweihung des neuen Kirchenraumes statt.

Entwicklungen seit Kriegsende

Im vorletzten Kriegsjahr wurde die Kirche bei einem Bombenangriff völlig zerstört. Nach dem Krieg begann man sofort den Wiederaufbau zu betreiben, und so konnte die Kirche am 9. Mai 1948 wieder eingeweiht werden.

In Steinenbronn lagen Pfarrhaus und Kirche nie nebeneinander. Das alte Pfarrhaus hatte jahrhundertelang dort Platz, wo heute das Rathaus steht. 1958 baute man das jetzige Pfarrhaus im Tulpenweg 3, in dem seit 1959 die Pfarrfamilien wohnen und das Pfarrbüro zu finden ist.

Nicht nur die bürgerliche Gemeinde, auch die Kirchengemeinde wuchs stark in den Jahren nach dem Krieg. Die höchste Gemeindegliederzahl verzeichnete sie im Jahr 1994 mit 2700 Gemeindegliedern. Den 2200 evangelischen und knapp 1600 katholischen Kirchenmitgliedern stehen aktuell ca. 2400 Bürger/innen gegenüber, die nicht zu den großen Volkskirchen gehören.

Steinenbronn ist heute ein Ort, in dem Menschen aus ganz verschiedenen Hintergründen zusammenleben, auch in der Kirchengemeinde. Für uns ist diese Tatsache eine Herausforderungen, uns den Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zu stellen und mit ihnen gemeinsam das Leben und den Glauben zu gestalten.